Wirtschaft \ Deutsche für Irak

Ein zentraler Bestandteil der Wirtschaftsplattform Irak liegt in der
Ausbildung irakischer Medienarbeiter. Am 2. Juli begann der erste
WPI-Workshop in Sulaymaniya
Soeben ist in Sulaymaniya, in der autonomen Region Kurdistan-Irak, ein Workshop mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsjournalismus und -beziehungen von der Berliner Organisation Media in Cooperation and Transition gestartet. Das Training, das vom Auswärtigen Amt unterstützt wird, bringt zehn irakische Wirtschaftsspezialisten und Journalisten aus allen Teilen des Landes zusammen, unter anderem aus Bagdad, Basra, Nadschaf und Arbil.
Der libanesische Trainer und Medienberater Ibrahim Khayat wird die Teilnehmer vier Tage in Bereichen wie Themenrecherche und Analyse einführen sowie ein profundes Wissen in Handels- und Wirtschaftsbeziehungen vermitteln. Auf dem Plan stehen zudem praktische Übungen, um die journalistischen Fertigkeiten der Teilnehmer zu stärken.
Die zehn Iraker werden nach Abschluss des Seminars im Rahmen des Projektes Wirtschaftsplattform Irak (WPI) als Korrespondenten und Wirtschaftsfachleute eingesetzt. Ziel des Trainings ist es, die Teilnehmer für Themen aus der irakischen Wirtschaftswelt zu sensibilisieren, die wiederum den deutschen Lesern neue Einblicke in die Wirtschaftskraft und Dynamik der regionalen Standorte des Iraks geben sollen.
Laut Mazin Hatin aus Bagdad, einem der Teilnehmer des Workshops, liegt vor allem in der Kombination aus Journalisten und Business-Repräsentanten die Stärke des Workshops: „Networking ist enorm wichtig, um Business-Opportunitäten im Irak zu erschließen. Normalerweise haben wir als Salesmanager keinen Zugang zu den Quellen, die ein Journalist erschließt. Umgekehrt gilt das genauso. Insofern ist diese Arbeit und dieses Projekt für uns extrem inspirierend.“ Positives Feedback erhielt auch Trainer Ibrahim Khayat, der von 2003 bis 2004 das Irakbüro der arabischen Tageszeitung Al-Hayat leitete.
Alle Beteiligten betonten das verstärkte Interesse von irakischen Unternehmen und Behörden, gerade mit deutschen Firmen zusammenzuarbeiten. Ralf Grauel, Chefredakteur der Wirtschaftsplattform Irak, sagt zum Konzept der Website: „Ausschreibungen und Daten alleine reichen nicht aus, um darauf zu hoffen, dass sich Wirtschaftsbeziehungen automatisch entwickeln. Weder der Irak noch deutsche Unternehmer sind dazu momentan in der Lage. Journalismus baut die Brücke zwischen beiden Ländern und bietet die Informationen, die beide Seiten dringend voneinander benötigen.“
Durch das Training und die Kooperation mit WPI, ergibt sich für die Journalisten langfristig die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten im Wirtschaftsjournalismus auf internationalem Level zu entwickeln und auszubauen. Die andere Gruppe der Teilnehmer, wird als Wirtschafts-Repräsentanten arbeiten; später sollen sie eigenständig in ihren Regionen als Ansprechpartner und Matchmaker tätig sein und sich so aktiv am Wiederaufbau ihres Landes beteiligen.









