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Dem enormen Bedarf des Iraks an Infrastruktur, Bildung und Handelsbeziehungen steht in der westlichen Welt ein gewaltiger Mangel an Information und Vertrauen gegenüber. Diese Lücke schließt WPI Was Iraker von Wirtschaft erwarten
Neben dem Vorurteil, dass Islam und Demokratie einfach nicht zusammenpassen, gibt es wohl kaum einen Satz, der Bewohnern des
Nahen und Mittleren Ostens zynischer erscheinen muss als die im Westen
weit verbreitete Ansicht, dass Handelsbeziehungen automatisch zu Sicherheit und
Stabilität beitragen. Millionen Menschen weltweit erleben Wirtschaft als direkten Auslöser für
Konflikte und Bürgerkriege. Mal geht es um um
Diamanten, mal um Kohle, mal um Öl. Wirtschaft führt nicht zwingend zu Frieden. Aber sie ist – unter den passenden politischen Voraussetzungen – eine tragende Säule.
Im Irak gehen seit vielen Monaten die gewalttätigen Auseinandersetzungen zurück. Ehemalige
Hochburgen des Konfliktes gelten als sicher. In zahlreichen Städten des
Südens kehrt Ruhe ein.
Wissen: WPI Infobroschüre
Alles über die Wirtschaftsplattform Irak. Kompakt, einfach und schnell zu lesenWPI Infobroschüre (PDF) jetzt herunterladen
Presse: WPI in der Frankfurter Allgemeinen SonntagszeitungEin Reporter der FAS begleitete im Sommer 2009 den ersten WPI-Journalisten-Workshop in Sulaimaniyah.Reportage (PDF) vom 12.07.2009 jetzt herunterladen
Landesweit streiten Parteien und Verbände – mit
Mitteln der Demokratie – über die Zukunft ihrer Nation. Hunderte
Projekte von Mosul bis Basra warten auf Umsetzung. Sie alle haben mit
der Wiederherstellung von Normalität und Alltag zu tun. Mal geht es um
Stühle und Tische für eine Grundschule in Kerbala, mal um Anzeigetafeln
und Informationstechnik für den Flughafen von Nadschaf. Es geht um
Ampelanlagen für Arbil, Babil und Bagdad, Aufzüge und Klimatechnik für
öffentliche Gebäude oder um Fabriken für Speiseöl, Textilien,
Plastikrohre. Es gibt Großprojekte wie den geplanten Hafenausbau in
Basra, den Flughafenneubau in Babil, Pläne für eine Media City in
Samawa oder eine Stahlfabrik für Iskanderia. Diese Projekte haben
nichts mit dem Größenwahn des alten Regimes gemein. Diese Projekte sind
geprägt vom Pragmatismus der Regionalregierungen, ihre Provinzen
endlich wieder aufzubauen. Der Irak besitzt eine politische
Führung, die Demokratie und Stabilität anstrebt. Natürlich gibt es noch
Dissonanzen und Anschläge. Aber das Grundgerüst steht. Es gibt eine demokratische
Verfassung und Gesetze; langsam wächst das Vertrauen, dass diese
Gesetze auch angewandt werden. Korruption ist ein Problem, aber kein
Tabuthema. Junge Männer und Frauen suchen Ausbildungen, statt sich
Widerstandsorganisationen anzuschließen. Familien und Gemeinden fangen
langsam an, ihr unmittelbares Umfeld zu gestalten. Wiederaufbau und Handel können diese
jungen Formen der Normalität festigen. Was deutsche Unternehmen am Irak interessiert Der
Irak ist eines der fruchtbarsten Länder des Nahen Ostens, und er
besitzt die drittgrößten Erdölvorkommen der Welt. Das bedeutet, der
benötigte Wiederaufbau ist finanzierbar. Sowohl im Irak als auch
aufseiten der Weltgemeinschaft stehen Mittel zur Verfügung.
Entsprechend hoch ist das Interesse aus den Industrienationen.
Unternehmen aus Japan, China, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA haben sich Marktnischen gesichert.
Auch auf deutscher Seite ist das Interesse enorm. Das zeigte der unerwartet
hohe Besucherandrang beim Irak-Workshop des Bundesministeriums für
Wirtschaft und Technologie im Frühjahr 2009. Ein Dreivierteljahr zuvor
warb der damalige Bundeswirtschaftsminister Glos gemeinsam mit dem
irakischen Industrieminister al-Hariri bei Vertretern der deutschen
Wirtschaft für mehr Engagement im Irak. Der Irakbesuch durch
Außenminister Steinmeier Anfang 2009 öffnete weitere Türen. Gerade
nimmt das Servicebüro Wirtschaft Bagdad in der irakischen Hauptstadt
seine Arbeit auf. Derzeit bereist eine Delegation nach der anderen die
Messen und Handelskammern. Aber so groß wie das Interesse ist
auch das Misstrauen. Entsprechend gering fällt derzeit noch das Engagement der deutschen Wirtschaft aus. Was wir von allen Irakern hören: Sie warten
händeringend auf die aktive Beteiligung deutscher Unternehmen am
Wiederaufbau ihres Landes. Deutsche Erfahrung und Expertise stehen
höher im Kurs denn je. Es gibt Chancen im Bereich der
Fördertechnologie, bei der Wiederherstellung der Infrastruktur, im
Hoch- und Tiefbau, bei Verkehr und Transport, im Gesundheitswesen, in
der Landwirtschaft und beim Anlagenbau. Was den Deutschen fehlt, sind
Informationen und Berichterstattung, Wissen und Vertrauen. Diese Lücke schließt die Wirtschaftsplattform Irak. Deutsche
Unternehmer finden bei WPI Basisdaten, die sie benötigen, um
langfristig im Irak zu investieren oder mit dem Irak Handel zu treiben.
Iraker finden über WPI deutsche Geschäftspartner für ihre Projekte. Journalisten,
Experten und Entscheider finden bei WPI tagesaktuelle Nachrichten,
Hintergrundwissen und Geschichten über den Wandel des Landes. Wer die Wirtschaftsplattform Irak produziert Die
Wirtschaftsplattform Irak wird bespielt durch ein Netzwerk von
irakischen Journalisten, Fotografen und Dokumentarfilmern. Ein
irakisch-deutsches Redaktionsteam in Berlin entwickelt gemeinsam mit
den Kollegen im Irak Themen, Schwerpunkte und Fragestellungen für
Recherchen – um aktuell und regional fokussiert zu berichten. WPI
wird finanziert durch das deutsche Auswärtige Amt und realisiert durch
MICT. Die Berichterstattung von WPI geschieht frei und unabhängig. MICT
wiederum steht für Media in Cooperation and Transition – eine
gemeinnützige Organisation mit Sitz in Berlin und mit
Arbeitsschwerpunkt im Irak. Seit der Gründung 2004 realisiert MICT
Medienprojekte in Kooperation mit irakischen Journalisten, Künstlern
und Intellektuellen zu politischen und kulturellen Themen im Irak
(www.mict-international.org). Zu den Zielen von MICT gehört die
Förderung von Netzwerken, Dialogen und Kooperationen zwischen
Konfliktparteien innerhalb des Iraks, Austausch zwischen dem Irak, der
arabischen Welt und Europa sowie die Anregung politischer Debatten und
Meinungsbildungsprozesse in der irakischen Gesellschaft. Finanzielle
Mittel erhielt MICT bisher vom belgischen Außenministerium, vom
deutschen Auswärtigen Amt, der Friedrich Ebert Stiftung, der
kanadischen Regierung, UNESCO, UNDP, UNIFEM, UNAMI und dem Amman Center
for Human Rights Studies. Die Projektarbeit der vergangenen
fünf Jahre umfasst unter anderem eine Hörfunkagentur für die Erstellung
und Verteilung von Radioberichten zu politischen Themen im Irak, eine
dreisprachige Website zum Verfassungsprozess und zu den Wahlen im Irak
sowie Publikationen und Filme zur Situation und Arbeit von irakischen
Kulturschaffenden.
Das MICT-Kernteam umfasst Politologen, Journalisten, Projektmanager und Juristen aus Europa und der arabischen Welt.
Weitere Projekte von MICT
www.niqash.org
Politische Debatten aus und über Irak. In Englisch, Arabisch und Kurdisch www.iraqiscope.org
Plattform für Filme und Clips aus und über Irak www.mict-international.org Webseite von Media in Cooperation and Transition
Falls Sie mehr über MICT wissen möchten Klaas Glenewinkel +49 30 4849 302 -16
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Falls Sie mehr über WPI wissen möchten Ralf Grauel +49 30 4849 302 -21
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